| Was bisher geschah: 1995: Gründung durch Jürgen Reschop und Marcus Eickhoff, die sich schon während ihrer gemeinsamen Schulzeit vorgenommen hatten, eines Tages zusammen den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit zu wagen. Die weltweit damals einmalige (und, wie wir später noch erfahren werden, nur vermeintlich absurde) Idee wird in den USA ersonnen und zwischen Frankfurt und Ravensburg weiter ausgefeilt. Mit der Kündigung unserer sicheren und lukrativen Anstellungen beginnt eine lange, psychologische Talfahrt ins Ungewisse. Im August wird der MAILE-Katalog No. 1 (Umfang: 32 Seiten) verschickt. Damit sind wir zwar endlich im Markt, verkaufen aber vorwiegend nur Schnürsenkel und Krawatten. 1996: Die Kunden gewinnen langsam Vertrauen in unsere Konfektionslinie. Mit über 1.000 Kunden und einer Mitarbeiterin erwirtschaftet MAILE zumindest kostendeckende Umsätze. 1997: Der Umfang des inzwischen in-house produzierten Katalogs übersteigt mit der No. 5 erstmals 100 Seiten. Der 10.000ste individuell produzierte Konfektionsartikel wird ausgeliefert. Das Wachstum und die Perspektive veranlassen uns, eine individuelle Software zur Auftragsbearbeitung programmieren zu lassen, die den Kundenservice deutlich steigert und uns die Arbeit fortan erleichtert. 1998: Die Katalogauflage der No. 5 muss nach gerichtlichen Anfeindungen von Wettbewerbern eingestampft werden. Da wir (der modernen Technik sei dank) nur drei Mitarbeiter beschäftigen, hält uns das Hohe Gericht vermutlich für so unseriös wie die Konkurrenz uns darstellte. Wir produzieren einfach einen neuen, noch umfangreicheren und schöneren Katalog. Die Kunden bleiben uns treu, dank zahlreicher Empfehlungen wächst die Kartei (ohne Werbeausgaben) auf über 25.000 Adressen. 1999: Unsere erste Homepage geht mit über 2.000 Seiten online. Obwohl dies die weltweit umfassendste Site zum Thema Maß- und Individualkonfektion sein dürfte, bleibt der Internet-Erfolg vorerst aus. Im Herbst starten wir eine erste Werbekampagne, um unsere Bekanntheit zu steigern. 2000: Die Nachwirkungen der Werbung sind so erfreulich, dass wir die Aufträge kaum bewältigen können und unseren Sommerkatalog vorsichtshalber sogar einstampfen. Nach zweijähriger Suche finden wir im Juni neue, größere Räume in München. Nach einer Totalsanierung der alten Schuhcremefabrik in Schwabing ziehen wir, restlos erschöpft und überglücklich, am 1. September ein, schaffen es aber nicht, zeitgleich den neuen Katalog rechtzeitig fertig zu stellen. Die Kunden freuen sich wenigstens über die inzwischen seit zwei Jahren unverändert gültigen Preise. 2001: Es rächt sich, dass wir unsere Kapazitäten aus Kostengründen immer nur schrittweise, und lieber etwas zu spät als zu früh, an die Erfordernisse des Marktes angepasst haben. Zwar sind wir dadurch betriebswirtschaftlich kerngesund geblieben und bis heute frei von Bankkrediten oder Fremdbeteiligungen, aber noch immer kämpfen wir zunächst mit Engpässen. Zur Jahresmitte sind diese gottlob weitestgehend behoben; lediglich im Schuhsortiment kommt es nach wie vor zu Lieferproblemen, da die Fertigungen die Folgen der BSE-Krise nicht verwunden haben. Dennoch starten wir im Herbst endlich wieder durch, der neue Katalog findet tolle Resonanz, und wir sind sehr glücklich. Selbst die Buchhaltung drängelt sich ans Telefon, so viel Freude bereitet der Dialog. Dass wir irgendwie die nettesten Kunden der Welt zu haben scheinen, ist für jeden hier das größte Geschenk. 2002: Das Jahr beginnt so euphorisch wie das vergangene geendet hat. Wir können es nicht begreifen, denn alle Zeichen sprechen eigentlich dagegen, politisch wie ökonomisch wie auch psychologisch. Unsere Freude legt sich, als wir von immer mehr Kunden hören, dass es auch sie "erwischt" hat, Angestellte wie Unternehmer, vorwiegend die Jüngeren zwischen 30 und 40, Frischvermählte, Väter, Häuslebauer. Unsere Statistik belegt, dass wir bis zur Bundestagswahl zwar 40% Umsatz zulegten, aber binnen 12 Monaten weit über 1.000 Kunden verloren haben. Seither gehen auch wir leicht in die Knie, doch weitaus schwerer wiegen die Schicksale vertrauter Kunden. Damit erreicht die emotionale Krise erstmals unsere "Insel der Sorglosigkeit". In solcher Stimmung können und wollen wir den fertigen Winterkatalog nicht mehr drucken und verschicken, das wäre für zu viele, die momentan weißgott andere Sorgen haben, ein Schlag ins Gesicht. Wir halten inne, helfen wo wir können und warten auf bessere Zeiten. 2003: Das Jahr kommt nach dem Versand des Sommerkatalogs wieder kräftig in Schwung. Ein Mitbewerber, den wir eigentlich gar nicht als solchen bezeichnen mögen, macht uns zu schaffen, weil er seine (und anteilig eben auch unsere) Lieferanten nicht bezahlt und diese in ziemliche Not bringt. Dass er auch seine Kunden unanständig behandelt und viele Bestellungen mit monatelanger Verspätung (wenn überhaupt) ausliefert, schadet dem Vertrauen in alle Marktanbieter. Ansonsten sind wir vergnügt und guter Dinge. Seit Oktober haben wir auch wieder eine neue Schuhlinie, die wir aber zunächst nur in unseren Räumen anbieten - erst nach erfolgreicher "Testphase" nehmen wir sie im Herbst 2004 in den neuen Hauptkatalog auf. 2004: Den Sommer verbringen wir mit der Produktion des neuen Hauptkatalogs. Die Photos werden digital im eigenen Studio aufgenommen und bearbeitet, das Layout wird von einem befreundeten Werbefachmann entwickelt und hier im Hause umgesetzt. Bis zum letzten Moment wird verändert, verbessert und korrigiert, bis Anfang Oktober endlich der Versand erfolgt. Auch die Umstellung der Website auf das neue Angebot, nach wochenlanger Vorbereitung und Programmierung binnen weniger Stunden abgeschlossen, erledigen wir mittlerweile selber. Dank moderner Technik ist das alles gar nicht so schwer, wie mancher uns glauben machen wollte, als wir noch keine Ahnung davon hatten. Auch wenn der Sommer dieses Jahr viel zu schnell vorbei ging, freuen wir uns jetzt auf die Herbstsaison 2005: Der jüngste Hauptkatalog wird gut angenommen und verhilft uns erneut zu gesundem Wachstum. Abermals konnten wir uns von der inländischen Konjunktur und dem allgemeinen Konsumklima abkoppeln, aber wie lange noch? Immer häufiger raten uns kluge Köpfe zu einem ausländischen Stützpunkt. Eigentlich leben und arbeiten wir sehr gern in unserer Heimat und konzentrierten unsere Kräfte am liebsten auf unseren Münchner Standort - allein zur Steuerersparnis würden wir Deutschland jedenfalls niemals verlassen wollen. Aber die politischen und sozialen Signale, der Habitus von immer mehr Machthabern wie auch die stets veränderten und keiner erkennbaren Linie folgenden "Spielregeln" für Bürger und Unternehmer sind äußerst bedenklich. Bevor es uns ergeht wie dem Frosch im unmerklich erhitzenden Wasser, halten wir - wütend und traurig zugleich - Ausschau jenseits der Grenzen. Wie die meisten anderen auch, lassen wir uns aber nichts anmerken. 2006: Maßkonfektion scheint zu boomen, zumindest anbieterseitig begeben sich immer mehr "Schneider" im Markt auf Kundensuche. Wir begrüßen durchaus den Wettbewerb mit seriösen und kompetenten Anbietern und empfehlen gern auch Kunden an andere Häuser, wenn unser Angebot für deren Bedarf nicht optimal erscheint. Wo aber die Seriosität unserer Branche durch halbseidene Angebote gefährdet und Kunden durch aufdringliche oder verlockende Signale in die Irre geleitet werden, wird der Sportsgeist zur Farce. Noch sehen wir es mit einiger Gelassenheit und erfreuen uns als etabliertes Unternehmen, das nunmehr seit 12 Jahren in diesem Segment tätig ist, eines abermals gesunden Wachstums. 2007: Wir profitieren von der guten Stimmung im Lande, die scheinbar auch das Bedürfnis nach anspruchsvoller, individueller und stilvoller Bekleidung fördert. Unsere Website findet immer mehr Resonanz, kann aber die bequeme Auswahl aus dem Katalog, die telefonische Beratung oder einen persönlichen Besuch in unseren Räumen noch längst nicht für jeden ersetzen. Auch wenn sich die ersten Versandhäuser bereits auf die reine Internetpräsentation ihres Sortiments beschränken, werden wir parallel dazu an den "offline-" Bestell- und -Kommunikationswegen festhalten. Im Frühjahr beginnen wir mit der Produktion des neuen Hauptkatalogs, der für die nächsten drei Jahre die neue Basis unseres Angebots beschreiben wird. Katie, unsere Katalog-Praktikantin, erweist sich mit ihrem Know-How und mit ihrem Freudestrahlen als Glücksfall, und erstmals werden wir Mitte September sogar pünktlich fertig :-) Den MAILE-Hauptkatalog können Sie auf dieser Website bestellen oder abrufen: Innerhalb Deutschlands versenden wir ihn kostenfrei per Post, ansonsten erbitten wir 5 Euro Portokostenbeitrag, und es steht eine Voransicht online zur Verfügung. |